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9. Februar 2025 - Landschaftsfotografie im Winter in Nordisland

  • Autorenbild: Niko Benas
    Niko Benas
  • 25. Feb.
  • 5 Min. Lesezeit

Nachdem ich zweimal zuvor jeweils im Sommer das faszinierende Island durchstreifen durfte, war es nun endlich an der Zeit das Land von Feuer und Eis im Winter, genauer gesagt Anfang Februar aufzusuchen. Dabei habe ich sechs Tage und ein paar Nächte lang den Norden Islands bereist.

Von Februar bis März – in diesen Wochen findet man einen guten Kompromiss zwischen der Anzahl der Sonnenstunden und gutem Licht bei gleichzeitig hoher Wahrscheinlichkeit, in den Nächten die Nordlichter zu fotografieren.


Hier eine Auswahl meiner persönlichen Fotospot-Favoriten in alphabetischer Reihenfolge, rein subjektiv und ohne Anspruch auf Vollständigkeit:


Aldeyjarfoss-Wasserfall


Der Aldeyjarfoss ist zu jeder Jahreszeit ein wunderbarer Ort für einen Besuch, aber im Winter kann der Weg dorthin heikel oder gar gesperrt sein.

Stelle deshalb sicher, dass dir ein 4×4-Fahrzeug zur Verfügung steht und du dich kurz vor der Fahrt über die Wetter- und Straßenverhältnisse informiert hast.

Ich empfehle dazu die Website https://umferdin.is/en bzw. die App "SafeTravel".

Aldeyjarfoss ist zwar nicht riesig, er beträgt nur etwa 20 m, aber er ist genauso beeindruckend wie die höheren Wasserfälle, die es überall in Island gibt.

Eine besondere Schönheit, mit den umrahmenden Basaltsäulen und der türkisblauen weiß aufschäumenden Wasserfarbe, setzt er sich eindrucksvoll in dieser kargen Landschaft in Szene.

Du kannst fast bis zum Wasserfall fahren, deshalb wird der Aldeyjarfoss auch oft als „der perfekte Fotografenstandort in Island“ bezeichnet.

GPS-Daten Parkplatz: 65.364307, -17.341277.


Der Aldeyjarfoss ist zu jeder Jahreszeit ein wunderbarer Ort für einen Besuch
Der Aldeyjarfoss ist zu jeder Jahreszeit ein wunderbarer Ort für einen Besuch

Dettifoss-Wasserfall


Der Dettifoss im Nordosten der Insel zählt zu den beeindruckendsten Wasserfällen in Island. Er gilt als zweitmächtigster Wasserfall Europas (laut manchen Quellen sogar als mächtigster) und ist weniger für sein Aussehen und mehr für seine Größe und sein enormes Volumen bekannt: Er erstreckt sich über eine Breite von 100 Metern und eine Höhe von 45 Metern! Daher trägt er oft den Beinamen „das Biest“ – als Gegenstück zum Godafoss, der als „der Schöne“ tituliert wird.


Route 864 zum Dettifoss

Die Route 864 ist nicht asphaltiert und führt zur östlichen Seite des Dettifoss. Diese Straße ist normalerweise von Ende Mai bis Anfang Oktober befahrbar, während der Wintermonate jedoch aufgrund der potenziell gefährlichen Straßenverhältnisse gesperrt.


Route 862 zum Dettifoss

Die Route 862 ist eine asphaltierte Straße, über die man zur westlichen Seite des Dettifoss gelangt. Normalerweise ist diese Straße von April bis Dezember befahrbar.

Ich hatte das Glück, dass der Winter 2025 im Norden Islands relativ mild ausfiel, so dass die 40minütige Fahrt von der Ringstraße aus auf dieser Route nicht abgesperrt war.

Sowohl auf der West- als auch auf der Ostseite muss man noch einige Meter zu Fuß bis zum Wasserfall zurücklegen. Auf der Westseite führt ein weitestgehend flacher Pfad in etwa 20 Gehminuten zur Aussichtsplattform. Beachte, dass man im Winter für die Wanderung zum Wasserfall Schuh-Spikes benötigt, um auf den vereisten Pfaden nicht auszurutschen und zu stürzen. GPS-Daten Parkplatz Westseite: 65.811708, -16.399950.


Der Dettifoss im Nordosten der Insel zählt zu den beeindruckendsten Wasserfällen in Island
Der Dettifoss im Nordosten der Insel zählt zu den beeindruckendsten Wasserfällen in Island

Godafoss-Wasserfall


Godafoss, der „Wasserfall der Götter“, ist einer von Islands wahren Schätzen und einer der größten Wasserfälle dieses eindrucksvollen Landes. Er wird durch den Fluss Skjálfandafljót gespeist, der durch ein 7000 Jahre altes Lavafeld vom Trölladyngja Vulkan fließt. Tröll bedeutet Troll in Deutsch, die Gegend hat also definitiv ein gewisses Mysterium und besitzt Inspiration für viele Legenden.

Der Wasserfall fließt über 30 Meter breite hufeisenförmige Klippen und wird in der Mitte durch Felsen geteilt. Ein Teil ist etwa 9 Meter und der zweite 17 Meter hoch.

Wenn das Wasser hoch genug steht, entstehen oft noch andere Wasserfälle, wodurch dieser Ort nur noch magischer wird.


Godafoss, der „Wasserfall der Götter“
Godafoss, der „Wasserfall der Götter“

In der Winterzeit kann er sich in ein Winterwunderland verwandeln, in dem sich trotz des rauschenden Wassers Eiszapfen bilden. Zudem wird die intensive Farbe des Wassers durch den Schnee noch weiter hervorgehoben.

Dieses Glück blieb mir zwar während meines Aufenthaltes verwehrt, jedoch hatte ich das Vergnügen an zwei Nächten Nordlichter über diese majestätische Szenerie erleben und ablichten zu dürfen.


Nordlichter über dem Godafoss
Nordlichter über dem Godafoss

Der Godafoss liegt direkt an der Ringstraße, es ist also kein Umweg erforderlich und der kurze Fußweg zum Wasserfall ist einfach. Jedoch Vorsicht, teilweise herrscht Glättegefahr, Schuhkrallen werden wärmstens empfohlen. Der einzige im Winter geöffnete Parkplatz befindet sich neben dem Gästehaus, am Ostufer des Flusses.

GPS-Daten Parkplatz Ostseite: 65.683810, -17.540715.


Husavik - Gatanöf/Bakkahöfdi


Entlang der Küste Islands findet man eine Menge interessanter Monolithen und Bogenfelsen, von denen sich zwei in Nordisland am Kap Bakkahöfdi befinden, 3 km nördlich der Hafenstadt Husavik.

Einer davon heißt Gatanöf (GPS 66.073487, -17.358603), ein sehr markanter Bogenfelsen, der aus einem bestimmten Blickwinkel an einen riesigen Elefanten erinnert.



Polarlichter über dem Bogenfelsen Gatanöf
Polarlichter über dem Bogenfelsen Gatanöf

Der andere heißt Bakkahöfdi (GPS 66.076758, -17.363743) und liegt an der Spitze der Halbinsel.

Man kann an diesen Stellen einige wunderschöne Fotos zum Sonnenuntergang machen. Zudem sind diese Spots prädestiniert, um dort Nordlichter einzufangen.

GPS-Daten Parkplatz: 66.073009, -17.349290, von dort aus ca. 15 bzw. 20 min Gehzeit zu den Felsen.


Sonnenuntergangsstimmung am Bakkahöfdi
Sonnenuntergangsstimmung am Bakkahöfdi

Hvitserkur


Auf der Ostseite der Vatnsnes-Halbinsel steht ein anderer markanter Bogenfelsen, der Hvitserkur, der sich 15 Meter vom Strand erhebt.

Hvitserkur bedeutet „Der weiße Kaftan“, was auf die teilweise weiße Farbe hinweist.

Leider hat diese Farbe keinen mystischen oder geologischen Ursprung, sondern entsteht durch die Vögel, die auf dieser interessanten Felsformation ihr Geschäft verrichten.

Da sich die Formation nur 30 Kilometer von der Ringstraße entfernt befindet, gibt es wirklich keinen Grund, diesen unglaublichen Anblick der Natur zu verpassen.

Bei dieser Felsformation wird angenommen, dass es sich um einen bösen Troll handelt, der vom Morgenlicht nach einer weiteren Nacht kokeligen Zeitvertreibs erwischt wurde und dann zu Stein wurde.


Hvitserkur, ein anderer markanter Bogenfelsen in Nordisland
Hvitserkur, ein anderer markanter Bogenfelsen in Nordisland

Die Realität dieser Basaltklippenformation ist genauso interessant und beeindruckend wie die Folklore über Trolle. Der Grund, warum die Formation mit ihren zwei Löchern aussieht wie seltsame Gateways zu anderen Welten, liegt an ihrem ständigen Kampf mit den Elementen und dem Arktischen Ozean. Eines Tages wird sie diesen Kampf zweifellos verlieren, aber bis dahin hat menschliches Eingreifen die Struktur mit Beton verstärkt, um sie noch ein wenig länger bei uns zu halten und die Touristen weiter anzulocken ;-)


Sonnenuntergang am Hvitserkur
Sonnenuntergang am Hvitserkur

GPS-Daten Parkplatz: 65.603702, -20.639602, von dort aus ca. 20 min Gehzeit zum Felsen. Schuh-Spikes werden empfohlen, da der steile Pfad Richtung Strand vereist sein kann.


Myvatn-See


In Nordisland liegt die Seenregion Myvatn, die viele Einheimische für die schönste in ganz Island halten. Dieses Naturwunder entstand durch einen gewaltigen Basaltausbruch, weshalb der Myvatn-See heute unglaubliche geologische Merkmale sowie eine vielfältige Flora und Fauna beherbergt.

Die Umgebung des Sees ist übersät mit verschiedenen vulkanischen Landschaften von unglaublicher Schönheit, darunter Pseudokrater, Lavasäulen, Lavafelder und heißen Quellen.

Diese Orte sind nicht nur atemberaubend anzusehen, sondern geben auch wertvolle Einblicke in die rohen Naturkräfte, die Islands einzigartige Landschaft geformt haben.

Obwohl diese Seenregion viele Sehenswürdigkeiten vorbringt die man eher im Sommer erkunden dürfte, bieten die Wintermonate ihren ganz eigenen Reiz.


Die Wintermonate bieten rund um Myvatn ihren ganz eigenen Reiz
Die Wintermonate bieten rund um Myvatn ihren ganz eigenen Reiz

Eines der herausragendsten Erlebnisse ist die Chance, die faszinierenden Nordlichter zu beobachten. Der dunkle Himmel rund um den Myvatn-See bietet die ideale Kulisse für dieses Naturschauspiel. Wenn man um den Myvatn-See herumfährt, wird man viele Perspektiven genießen können, wie z. B. den riesigen Krater Hverfjall, der ca. 2900 Jahre alt ist.

Es gibt eine Menge Aussichtspunkte und Parkmöglichkeiten rund um das Seeufer, weshalb eine besondere Empfehlung überflüssig wäre.


Am linken Bildrand der Krater Hverfjall, der ca. 2900 Jahre alt ist
Am linken Bildrand der Krater Hverfjall, der ca. 2900 Jahre alt ist

Selfoss-Wasserfall


Der Selfoss befindet sich ganz in der Nähe des Dettifoss und liegt auch am Fluss Jökulsá á Fjöllum in Nordisland. Dieser Wasserfall ist zwar nicht so mächtig und voluminös wie der Dettifoss, dafür ist er aber breiter und besteht aus vielen kleineren Fällen, die wunderschöne Fotomotive ergeben.

Vom Dettifoss aus sind es etwa 30 Minuten zu Fuß bis zum Selfoss, das Auto kann man auf denselben Parkplatz abstellen. Eigentlich wird die Route 864 empfohlen, denn von der Ostseite aus hat man eine bessere Sicht auf die kleinen Wasserfälle, von denen sich die meisten auf der gegenüberliegenden Seite befinden. Diese Route ist jedoch im Winter gesperrt. Natürlich kann man den Selfoss auch von der Westseite aus besuchen – dort erlebt man ihn aus einer anderen Perspektive.

GPS-Daten Parkplatz Westseite: 65.811708, -16.399950.


Der Selfoss besteht aus vielen kleineren Fällen
Der Selfoss besteht aus vielen kleineren Fällen




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Niko Benas Photo-Impulse © Romantische, mystische und verträumte Stimmungen. Biete private Workshops und Kalender an.

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